Hitzeschutzspray – Ist das Haar beim Glätten darauf angewiesen?

Es gibt kaum eine Gebrauchsanleitung von Glätteisen, in der nicht betont wird, dass das Haar vor dem Glätten einen Hitzeschutz benötigt, um keinen Schaden zu erleiden. Auch Plattformen, die sich mit Pflege und Styling unserer Haarpracht beschäftigen, erwähnen, dass die Haare vor Anwendungen, die mit Hitzeeinwirkung verbunden sind, einen Schutz vor der Hitze benötigen. Ein Schaden an unseren Kopfhaaren wäre ja auch fatal, weil es – besonders bei Langhaarfrisuren - ziemlich lange dauern würde, um ein schadhaftes Haar durch natürliches Wachstum wieder zu ersetzen.

Schließlich benötigen unsere Kopfhaare fast ein ganzes Jahr, um etwa 15 Zentimeter an Länge zuzunehmen. Es ist daher ratsam, den Empfehlungen zu folgen und dem Haar vor dem Glätten einen guten Schutz vor der Hitzeeinwirkung zu gönnen. Aber wie lassen sich die Empfehlungen begründen. Liegt es an Aufbau und Struktur der Haare oder handelt es sich etwa um eine nicht zu begründende Fiktion und Behauptung?

Wieso ist der Hitzeschutz so wichtig?

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Eine erste Antwort auf die Frage, warum für unser Haar ein effizienter Hitzeschutz wichtig ist, bevor es mit Hitze traktiert wird, liefert die Feinstruktur der Haare. Die Evolution hat für unsere Haare einen ziemlich komplexen Aufbau entwickelt, damit es die vielfältigen Aufgaben erfüllen kann, die ihm ursprünglich zugedacht waren. Außen wird jedes Haar von einer Deckschicht, der Cuticula, umgeben. Sie besteht aus abgestorbenen Hornzellen, die sich ähnlich wie Schuppen bei einem Tannenzapfen dicht an das Haar schmiegen und in Richtung Haarspitze orientiert sind. Nach innen schließt sich unmittelbar an die Cuticula der Faserstamm des Haares an, auch Cortex oder Rinde genannt.

Es handelt sich um ganze Bündel von Mikrofasern, von denen sich jede einzelne aus feinsten Keratinfäden zusammensetzt. Die einzelnen Zellen der Fasern sind auf charakteristische Art über Schwefelbrücken miteinander verknüpft und zusätzlich wie ein Schiffstau miteinander verdrillt. Sie verleihen dem Haar seine mechanische Reißfestigkeit und seine individuelle Steifigkeit. Die Schwefelbrücken erklären auch den Schwefelgeruch, der beim Verbrennen eines Haares entsteht. Im Zentrum des Haares befinden sich unregelmäßig ausgebildete Hohlräume, die zum Teil mit einem speziellen Mark gefüllt sind. Deshalb wird das Innere des Haares auch Markscheide genannt.

Die Wundersubstanz Keratin, aus dem die Haarfasern des Cortex und die äußere Cuticula gebildet werden, ist enorm hitzebeständig. Kurzzeitige Erhitzung auf über 180 Grad übersteht das Keratin unbeschadet. Das eigentliche Problem bei der kurzzeitigen Erhitzung der Haare beim Styling mit einem Glätteisen liegt in den übrigen Substanzen wie Fette, Ceramide, Sphingomyeline und vielen weiteren Stoffen, die die äußeren Haarschuppen ebenfalls enthalten. Sie sind weitaus weniger hitzetolerant als die Keratine. Die Zusammensetzung der Stoffe hängt teilweise von der genetischen Veranlagung und von der Ernährung ab.

Die Zusatzstoffe sind wichtig für das äußere Erscheinungsbild der Haare. Sie verleihen dem Haar den natürlichen Glanz, und sie sorgen dafür, dass die äußere Hülle, die Cuticula, eng am Haar anliegt. Es leuchtet ein, dass die Zusatzstoffe vor großer Hitze durch Glätteisen, Fön oder Lockenstab geschützt werden müssen, um nicht unschönen Spliss und Frizz an den Haaren zu provozieren. Allerdings vertreten die Profis unter den Haarstylisten die Meinung, dass eine gelegentliche Anwendung eines Glätteisens auch ohne Hitzeschutz den Haaren nicht schadet. Erst bei regelmäßiger Anwendung müssen die Haare unbedingt geschützt werden.

Gibt es unterschiedliche Hitzeschutzsprays?

Substanzen, die in einem Hitzeschutzspray Verwendung finden, sollten selbst bis weit über 200 Grad hitzebeständig sein und sie müssen die Haare möglichst lückenlos als Schutzfilm umschließen. Als Wirksubstanzen sind in dem Spray meist verschiedene cyclische Siloxane, Phenyl-Trimethicone und C12-15 Alkyl-Benzoate enthalten. Cyclische Siloxane sind ringförmige Verbindungen, in denen sich jeweils Silicium- und Sauerstoffatome abwechseln.

Sie dienen als Lösungsmittel, und sie wirken als Haarkonditionierer, indem sie dem Haar Geschmeidigkeit, Volumen und Glanz verleihen. Ähnliche Eigenschaften werden auch den Phenyl-Trimethiconen zugeschrieben. Beide Stoffgruppen gehören zu den Silikonen, die auch vielen anderen Kosmetika zugemischt werden. C12-15 Alkyl-Benzoate verfügen ebenfalls über haar- und hautpflegende Eigenschaften. Zusätzlich wirken sie antimikrobiell und antimykotisch gegen eine Bakterien- oder Pilzinfektion der Haare. Eine fast unüberschaubare Vielfalt an Mittel, die zum Schutz der Haare angeboten werden, können grundsätzlich einer der drei folgenden Kategorien zugeordnet werden:

Hitzeschutz Serum enthält auch Nährstoffe für die Haare wie Vitamin B5 (Pantothensäure), das für Haare und Haut gleichermaßen gut geeignet ist. Die Hitzeschutz Fluid ist dickflüssiger und wird direkt nach dem Waschen in das noch feuchte oder alternativ in das trockene Haar einmassiert. Während Serum und Fluid auch ohne anschließendes Haarglätten genutzt werden können, ist die Glättungscreme nur für Glätteisen vorgesehen.

Gibt es Alternativen zu Silikon und Co. im Hitzeschutzspray?

Silikone in Kosmetikmitteln sind in den letzten Jahren in die Kritik von Umweltorganisationen und von Umweltbehörden – auch bei der EU – gekommen. Die Silikone sind nur sehr schwer in der Natur abbaubar, so dass sie sich in Organismen anreichern können. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es alternative Stoffe gibt, die die Beimengung von Silikonen und Co. im Hitzeschutzspray und in Shampoos und anderen Kosmetika überflüssig machen. Namhafte Hersteller von Kosmetika und Hitzeschutzsprays haben bereits vor einigen Jahren reagiert und bieten eine Fülle von Produkten an, die ohne Silikone und die meisten auch ohne Alkohole funktionieren.

Beispielsweise gibt es Produkte auf Basis von Bio-Aloe oder mit natürlich belassenem wertvollem Arganöl, das hohe Temperaturen verträgt und zudem für die Haare wertvolle Stoffe im Gepäck führt. Eine erste Orientierungshilfe kann der eine oder andere Test liefern, denen sich die Mehrzahl der Hitzeschutzmittel unterzogen hat. Naturliebhaber können guten Gewissens auf ein natürliches Produkt für ihre Haarpflege zurückgreifen, ohne auf Qualität und Effizienz des Mittels verzichten zu müssen.

Das Ergebnis: Hitzeschutzmittel für Haare sind wichtig bei regelmäßiger Anwendung von Glätteisen

Für ein regelmäßiges Styling, das unsere Haare mit kurzzeitiger Hitzeeinwirkung durch Glätteisen, Föhn oder Lockenstab traktiert, benötigen sie dringend Schutz vor der Hitzeeinwirkung. Gleichzeitig können einige Mittel die Haare noch mit wichtigen Vitaminen und Vitalstoffen versorgen sowie den erwünschten „Glätteisen-Glanz“ unterstützen.

Während herkömmliche Mittel mit cyclischen Siloxanen und Phenyl-Trimethiconen aus der Stoffgruppe der Silikone arbeiten, stehen auch ebenso wirksame Naturkosmetika zum Schutz der Haare vor der Hitzeeinwirkung zur Verfügung. Unabhängige Organisationen erleichtern eine Produktorientierung, weil sie fast alle neuerscheinenden Produkte einem Test unterziehen, der Hinweise auf Effizienz und Unbedenklichkeit des Produktes liefert.

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